Das antikapitalistische Archiv

26. Januar 2008

Versuch einer Kritik der „Frankfurter Schule“

Wie im Kommentarteil des letzten Posts versprochen, will ich im Folgenden ernsthaft versuchen, mal zu sammeln, warum ich die „Frankfurter Schule“, und das ist für mich v.a. Adorno nicht mehr für „das gelbe vom Ei“ halte. Also soetwas wie eine Kritik zu üben.

Vorneweg: Ich habe nicht vor, eine umfassende Kritik an Adornos Theorien zu üben – dies traue ich mich garnicht zu – sondern es geht eher um einige wunde Punkte, die mir im Laufe meiner Beschäftigung mit Adorno immer wieder aufgefallen sind. Es geht mir also nicht darum, zubeweisen, dass Adornos Theorien „falsch“ wären. Das will nicht schlichtweg deshalb nicht, weil ich, im Gegenteil, die Mehrheit dieser Theorien nach wie vor für richtig halte. Doch eben mit einem bzw. mehreren „Aber“. (more…)

6. Januar 2008

Bin ich noch antideutsch?

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Dadurch, dass ich in linken Foren und Blogs immer wieder auf als „antideutsch“ assoziierte Positionen vertreten habe, habe ich mir immer wieder den Ruf eingehandelt, eine Art stereotyper „Antideutscher“ zu sein. In diesem Beitrag möchte ich mich mal wieder auf diesem Blog zu Wort melden, und zu diesem Urteil über meine Person, das ja eigentlich garkein Urteil über meine Person, sondern nur über meine virtuelle Identität „antikapl“ ist, die sich von mir als realer Person (wenn es soetwas überhaupt gibt), oftmals nicht unwesentlich unterscheudet, mal ein paar Worte verlieren.

Die Frage ist zunächst einmal, was überhaupt „antideutsch“ ist. Im Allgemeinen werden Leute wohl unter dem Label „antideutsch“ subsumiert, die sich irgendwie positiv auf die „Aufklärung“ beziehen und für die Antisemitismus und Antizionismus ein großes Problem ist. Und natürlich solche, die mit Adorno-Zitaten um sich schmeißen. Angesichts der widerlichen Entwicklung der antideutschen Szene in einen recht skurillen Haufen von Israel-Fetischisten, Nachwuchsliberalen und -rassisten, die sich in den letzten Jahren scheinbar immer mehr forciert hat, kann man als vernünftiger Marxist nur zu einem Urteil kommen: „Nein, ich mag diese Szene und ihre Anhängerschaft nicht.“
Wenn jedoch der erstere Teile der Beschreibung zutrifft, muss ich ganz ehrlich sagen: Okay, irgendwie bin ich nach wie vor antideutsch, obwohl ich die „Dialektik der Aufklärung“ inzwischen besser verstehe als noch vor ein paar Jahren, mich neben Antisemitismus und Antizionismus auch noch für viele andere widerliche Ideologien des bürgerlichen Alltagsbewusstsein interessiere und mehr und mehr erkenne, dass Adorno und Horkheimer auch nicht das gelbe vom Ei sind. Aber all das trifft, bis auf den ersten Punkt vielleicht, auf mich eigentlich schon immer zu, weshalb ich mich ehrlich frage, ob sich da soviel geändert hat. Aber es hat sich viel geändert, denn einen Text wie diesen hier würde ich heute in der Tat nicht mehr schreiben, ebensowenig wie ich mir einen Button mit der Stars-and-Stripes-Flagge oder einen Pulli mit dem Logo irgendeiner US-Uni kaufen würde, nur um bornierte Antiamerikanisten zu schockieren, den Staat Israel für irgendwie communistisch halte oder der Ansicht bin, dass es sich bei der „Zeit“ um ein Bollwerk der Aufklärung handeln würde.
Palituchträger halte ich mittlerweile allerdings immer noch für widerliche Gestalten, denen ich am liebsten aus dem Weg gehe und ab und zu auch mal anspreche, wenn ich mal Lust auf die 100. Wiederholung der bekannten Nahostdebatte in Kurzform habe. Und wenn ich jemanden gegen die böse USA hetzen höre, beschleicht mich noch immer das komische Gefühl, den Raum verlassen oder ihm eins überbraten zu müssen, auch wenn ich mitterweile weiß, dass die amerikanische Gesellschaft wohl ebenso „faschistoid“ wie die deutsche ist.
Hey, und ich werfe nicht mehr allen Leuten, deren politische Gesinnung mir nicht gefällt vor, dass sie entweder deutsch, faschistoid oder antsemitisch wären! Dafür ist jetzt „liberal“ fast zu einem Schimpfwort für mich geworden, womit ich mit Marx sicher mehr d‘accord gehe.

Wenn ich mir heute über die antideutsche Bewegung Gedanken mache, ist das erste Gefühl das mich beschleicht: ich werde langsam alt. Irgendwie kommt es mir so vor, als wären andere an meinen Platz getreten und würden genau dieselben Irrtümer vertreten, die ich vor ein paar Jahren vertreten habe und genau denselben Werdegang durchmachen. Okay, ganz stimmt das natürlich nicht, weil manche auch andere Konsequenzen ziehen und sich tatsächlich nur noch auf Antifaarbeit konzentrieren, während ich fast genau das Gegenteil getan habe.
Immer deutlicher wird für mich jedenfalls: Ja, bei den Antideutschen handelt es sich im Wesentlichen um eine identitäre Jugendbewegung von Leuten, die meinen sich von irgendwem (Punks, Deutschen, Oldschool-Marxisten) abgrenzen zu müssen. Und wer später noch Antideutscher ist, ist entweder ein Fan des Rechtsstaats oder einer der letzten seiner Art. Und das schreibe ich nicht, weil ich denke, keiner Identität anzugehören. In 5 Jahren werde ich mir wahrscheinlich das hier durchlesen und mir denken „mei, was für ein identitärer Trottel ich damals gewesen bin“.

Naja, ich finds auf jeden Fall witzig, dass mir in diesem comfor-Thread von Count tatsächlich vorgeworfen wurde, mich in einen „anti-imp“-Deppen verwandelt zu haben. Zur Beruhigung: Da ich mich glaube ich aktuell, glaube ich, nicht mehr in der Phase befinde, in der ich es nötig habe, mich an irgendwelchen konstruierten Labels festzukrallen, ist mir das eigentlich herzlich egal. Ist ja auch irgendie beruhigend, dass ich mittlerweile auch blöde Antiimp-Positionen vertreten kann, ohne mir Angst um meinen guten Ruf machen zu müssen. Gibt ja auch dieses Sprichwort…

Waren diese Ausführungen nun Ausdruck postpubertärer, egofixierter Nabelschau und keine besonders tolle Analyse? Ja, ich glaube schon. Aber da sie irgendwie doch überindividuellen Charakter haben, da es glaube ich vielen Leute aus meinem Bekanntenkreis so ähnlich geht wie mir, werde ich sie trotzdem veröffentlichen.

10. November 2007

Von den Möglichkeiten der Bewegung

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Inspiriert von diesem Blogeintrag meines Freund Zacharias Kornblume, habe ich eine etwas längere Überlegung, wie in einer postrevolutionären, also communistischen Gesellschaft das Verkehrswesen aussehen könnte, verfasst. Es handelt sich dabei keineswegs um eine Utopie, sondern um eine Kritik des Bestehenden gemessen an den Möglichkeiten verbunden mit einer Konkretisierung derselben.
Aber lest selbst.

Zum Download hier klicken.

27. Oktober 2007

Die Kritik der Religion im Zeitalter religiöser Toleranz

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Wie angekündigt, stelle ich hier das Manuskript meines gestrigen Vortrags als pdf zum Download. Auch, wer nicht in dem Vortrag anwesend war und sich über eine marxistisch fundierte Kritik der Religion interessiert, kann es sich gerne herunterladen und mir per Mail oder Comment auf diesem Blog seine Meinung dazu schreiben.
Und für alle, die überhaupt nichts vom Vortrag wissen, weil sie nicht in der Stadt, in der ich lebe, wohnen, hier nochmal der von mir verfasste Ankündigungstext:

Wer heute noch wirkliche Kritik an der Religion übt, wird bestenfalls belächelt, schlimmstenfalls als intolerant diffamiert, da Religion ja Privatsache sei und man niemands Gefühle verletzten dürfe. Kritik an der Religion scheint höchstens noch an ihren extremen, fundamentalistischen Formen berechtigt, wobei selbst diese noch in alltoleranter, „postmoderner“ Manier als notwendiges Übel zu ertragen seien, solange sie sich an die demokratischen Spielregeln des Staates halten. So wird der Bundesrepublik Deutschland von US-amerikanischen „Menschenrechtlern“ vorgeworfen, mit ihrer mit Sanktionen gekoppelten Kontrolle der Sekte Scientology das Recht des Menschen auf Glaubensfreiheit zu verletzen, während sich deutsche Linke gerne über die angeblich islamfeindliche Politik der US-Regierung echauffieren. Alles in allem also keine guten Aussichten für die, die Religion als affirmative Ideologie an sich ablehnen und diese Ablehnung noch dazu nicht nur als persönliche Meinung, sondern als wohlbegründeten Gedankengang mit allgemeingültigem Wahrheitsanspruch verkaufen wollen. Haben diese Leute Recht? Lässt sich die moderne, sich als tolerant und menschenfreundlich präsentierende, Religion überhaupt noch so kritisieren, wie es z.B. Ludwig Feuerbach in seiner Schrift „Über das Wesen des Christentums“ im 19. Jahrhundert tat? Diese und viele weitere Fragen, die die Funktionsweise religiöser Ideologien in der und für die bürgerliche Gesellschaft betreffen, werden in dieser Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zu klären versucht werden.


Viel Vegnügen beim Lesen wünscht euch,

antikapl.

Hier klicken zum Download.

16. Oktober 2007

Neues communistisches Diskussionsforum

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Obwohl dieser Blog von mir nur noch höchst sporadisch betrieben wird (was sich wegen anderen Verpflichtungen in nächster Zeit auch denke ich nicht großartig ändern wird), will ich ihn doch dafür nutzen, ein wenig Werbung für ein gerade im Entstehen befindliches, communistisches Diskussionsforum, das eventuell die Nachfolge des legendären „kf“ antreten könnte, zu machen. Der Direktlink ist http://comfor.uttx.net.
Ich halte ein Forum wie dieses trotz der negativen Erfahrungen mit dem alten kf nach wie vor für eine sinnvolle Plattform, um verschiedene communistische Standpunkte zu erörtern und vielleicht sogar ein wenig Licht ins Dunkel der linksradikalen Identitätsrackets zu bringen (wobei ich nicht behaupten will, dass meine Rolle im kf gänzlich unproblematisch gewesen wäre).

27. August 2007

Es war einmal im Spiegel…

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Singen bringt Menschen Überlebensvorteil

Die menschliche Stimme kann viel mehr, als zum Sprechen nötig ist. Forscher schließen daraus: Gesang ist evolutionär älter – und brachte den frühen Menschen einen Selektionsvorteil bei Paarung ebenso wie beim Kinderhüten. Hilfreich ist dieses Erbe noch heute.

Singen ist für die Menschheit nicht etwa ein bloßer Zeitvertreib. Vielmehr war Musik ihrer Ansicht nach für die frühen Menschen ein Vorteil beim Kampf ums Überleben, so glauben Forscher. Man mag es kaum für möglich halten, wenn man die schaurigen Gesangsversuche mancher Mitmenschen im Ohr hat: Gesang als einer der evolutionären Faktoren, die uns zu dem gemacht haben, was wir heute sind.

Wie wichtig Musik für die Menschheit ist, zeigt schon die Tatsache, dass es sie überhaupt gibt. „Was keinen Nutzen bringt, wird im Laufe der Evolution gnadenlos ausgemerzt“, sagte der Musikwissenschaftler Eckart Altenmüller zu der Zeitschrift „bild der wissenschaft“. Doch was ist es, das die Menschen schon in der Jungsteinzeit dazu brachte, auf Knochenflöten harmonische Töne zu erzeugen und – wahrscheinlich sogar noch früher – ihren Stimmbändern Melodien zu entlocken?

Denn singen konnten nach Ansicht vieler Forscher die Vorfahren von Homo sapiens schon, bevor sie sprechen konnten. Sonst ließe sich nicht erklären, dass die menschliche Stimme viel mehr kann, als beim Sprechen nötig ist. So ist sie in der Lage, Töne zu erzeugen, die drei Oktaven abdecken – obwohl für die Sprache lediglich eine Quinte, also etwas mehr als die Hälfte einer Oktave, ausreichen würde. Auch die Fähigkeit, Töne lange zu halten, ist beim Sprechen nicht gefragt.

Und auch die Wahrnehmung von Musik scheint biologisch vorgesehen zu sein: So müssen kleine Kinder beispielsweise nicht erst lernen, welche Klänge harmonisch sind und welche nicht, sie wissen es instinktiv. Außerdem erfassen sie die musikalischen Anteile von Sprache früher als ihre Bedeutung. „Was die Mutter oder der Vater sagt, nehmen Babys zunächst als melodischen Lautstrom wahr“, erklärt Altenmüller. Das spiegelt sich auch im Gehirn wider, denn dort werden Sprache und Musik von den gleichen Hirnregionen bearbeitet.

Von Höhlen-Werben zu kreischen Fans

Welchen Vorteil die Musik den frühen Menschen – genauer gesagt den Männern – brachte, kann man heute noch erahnen – dann nämlich, wenn man sich die kreischenden Fans von Tokio Hotel oder Robbie Williams anschaut: Musiker sind für Frauen extrem attraktiv und waren es wahrscheinlich schon in der Steinzeit.

In den Zeiten, in denen es ums nackte Überleben ging, zeigte der Gesang den Frauen etwas anderes: „Seht her! Ich bin so stark und gesund, dass mir selbst diese widrigen Bedingungen nichts ausmachen und ich noch Kraft genug habe, um so sinnlose Dinge zu tun wie zu singen.“ Gleichzeitig, spekulieren Forscher, demonstrierten sie ihre Kreativität und damit auch ihre geistigen Fähigkeiten. Singende Männer hatten also alles, was sich eine Frau nur wünschen konnte – und waren daher begehrte Partner.

Für die Frauen hatte das Singen wahrscheinlich eine vollkommen andere Funktion, glauben viele Wissenschaftler: Es diente der Kommunikation mit ihren Kindern. „Wenn Mütter mit ihren Babys reden, ist die Stimme höher, erstreckt sich insgesamt über einen größeren Frequenzbereich. Das Tempo ist langsamer, und die Sprachmelodie wird übertrieben. All das macht man beim Singen auch“, sagt Altenmüller. Besonders wichtig war diese Kommunikation, wenn die Frauen ihren Nachwuchs beruhigen mussten, ohne ihn berühren zu können.

Singen ist Beruhigung ohne Berührung

Das funktioniert tatsächlich, konnte die kanadische Psychologin Sandra Trehub zeigen: Wenn Babys etwas vorgesungen bekommen, sinkt ihr Stresshormonspiegel und dieser bleibt zudem deutlich länger auf niedrigem Niveau, als wenn die Mütter lediglich reden. Zunutze machen sich das Eltern auf der ganzen Welt, indem sie ihren Kindern Wiegenlieder vorsingen – die laut „bild der wissenschaft“ interessanterweise überall ähnlich klingen und demnach wahrscheinlich schon sehr früh in der Geschichte der Menschheit entstanden.

Noch wesentlicher für den evolutionären Erfolg von Musik könnte allerdings eine andere Eigenschaft gewesen sein: „Musik ist immer etwas Gemeinschaftliches, und gemeinschaftliche Aktivitäten stärken den Zusammenhalt einer Gruppe“, sagt Altenmüller. Singen beispielsweise sorge dafür, dass sich Menschen „emotional synchronisieren“ – eine unverzichtbare Voraussetzung für gemeinsames Handeln, das wiederum unabdingbar für das Überleben in schweren Zeiten war.

Damit das nicht in Vergessenheit geriet, hat die Natur zusätzlich noch für einen besonderen Kick gesorgt: Musik stimuliert das Belohnungszentrum und löst dadurch Glücksgefühle aus, ähnlich wie Essen oder Sex. Das beruhigt, bringt die Emotionen ins Gleichgewicht und tut zusätzlich noch dem Körper gut. Das Fazit des Musikwissenschaftlers lautet daher: „Der Körper verschafft uns durch die Aktivierung des Belohnungssytems einen Anreiz, uns wichtige Dinge zu besorgen – Musik ist demnach wichtig.“

Quelle

Die Autoren dieses Spiegels haben anscheinend in der Schule in Musik nicht aufgepasst, sonst hätten sie sich mal mit mittelalterlicher Musik beschäftigt und festgstellt, dass die Behauptung, es gäbe ahistorische, in den Genen verankerte Urharmonien, ganz empirisch gesehen völliger Blödsinn ist. Das Harmonieempfinden eines Menschen wird von dem, was er gewohnt ist zu hören, und nicht von seinen Erbanlagen bestimmt. Witzig ist auch die Musik von außereuropäischen Kulturen, z.B. der indonesischen, die auf einem fundamental anderem Tonsystem als dem unseren basieren und in unseren Ohren nur noch wie irgendwelches Gedudel ohne harmonischen Zusammenhang klingt.
Der Verdacht drängt sich auf, dass die Herren Neurobiologen in ihrer unermütlichen Suche nach ewigen, unvergänglichen Ideen nichts anderes als Metaphysik betreiben, die ja seit Platon auch immer davon ausging, dass es apriorische, vorgeburtliche Ideen im Menschen gibt, auf die seine Erkenntnis der Welt basiert. So findet alles seine würdige Fortsetzung…

4. Juni 2007

Das Spektakel der Revolution

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2. Juni 2007

Zur communistischen Kritik an der Anti-G8-Bewegung

Auch wenn es angesichts der allgemeinen Begeisterung für die scheinbare wiedergewonnene Wirkungsmächtigkeit und Bündnisfähigkeit der „radikalen Linken“ schwer fällt, da man sich diesem Label doch irgendwo zugehörig fühlt, ist es unbedingt nötig, gerade wegen der unreflektierten Verblendung, der ein Großteil der Bewegung gegen G8, an dieser selbst Kritik zu üben.
Eine Seite mit zahlreichen Artikeln zur Kritik an dieser spontanen Euphorie ist achtermai.blogsport.de, die ich jedem, der an ernsthafter Kritik am Kapitalismus interessiert ist, wärmstens empfehlen kann. Denn Kritik, die den Kapitalismus primär als direkte Herrschaft von Menschen über Menschen auffasst, fällt, wie es die Autoren der Website prägnant ausdrücken, hinter 1789 zurück und macht sich selbst gegen seinen Willen zum Erfüllungsgehilfen des Fortschritts der Kapitalakkumulation.

19. Mai 2007

Versuch einer Verteidigung der Kritischen Theorie

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Nach einer ziemlich langen Pause habe ich mich entschlossen, auf diesem Blog mal wieder einen längeren Text zu veröffentlichen. Es geht um eine Kritik der GSP-Broschüre „Kritik der kritischen Theorie“, deren Aussagen sich weitestgehend mit denen ihrer Vorträge zur kritischen Theorie decken. Ich habe allerdings nicht auf alle Punkte Bezug genommen, sondern nur auf einige wenige. Das Problem ist einerseits, dass die Aussagen der kritischen Theorie so vielfältig sind, andererseits, dass der GSP im Grunde kaum kritisierbar ist. Er legt seinen Ableitungen ein Recht simples, allgemein anerkanntes Prämissensystem zu Grunde, dem man eigentlich wenig entgegenzusetzen hat. Ich habe trotzdem mein bestes gegeben und eben auch versucht, diese Prämissen selbst einer Kritik zu unterziehen.

Zum Text

8. Dezember 2006

Der bürgerliche Staat


Das Gesetz in seiner ehernen Majestät verbietet es dem Reichen wie dem Armen, zu betteln, Brot zu stehlen und unter Brücken zu nächtigen. (Anatole France)

Dieses Zitat, das ich in der SDAJ-Zeitung „Kontra!“ gefunden habe, muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Kürzer kann man den tollen bürgerlichen Staat wohl nicht abfertigen, der sogar noch dem Arbeitslosen erlaubt, Aktien zu kaufen. Prima!




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