Das antikapitalistische Archiv

26. Dezember 2005

Endeckt!!!

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Aus meinem alten Freundschaftalbum als ich noch 10 und unschuldig war:

„Was ich gerne mache: Träumen, Luftschlösser bauen, Selbstgespräche führen“

Da hat sich bis heute aber nicht viel geändert. ;)

24. Dezember 2005

Rudi-dutschke-Tag!

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Eigentlich ist heute kein Tag zum Feiern, denn vor genau 26 Jahren starb unser aller Idol Rudi Dutschke an den Spätfolgen des auf ihn ausgeführten Attentats in der Badewanne. Und vor ungefähr 2000 Jahren wurde (zumindest angeblich) derjenige geboren, der die Religion begründete, an deren Moralvorstellungen wir heute schier zugrunde gehen: dem Christentum. Trotzdem wird es heute nur wenige geben, die nicht einen gewissen Hauch von psychischer Wärme spüren, der ihnen sonst das ganze Jahr vorenthalten wird, ich gehöre zu ihnen, in diesem Jahr bin ich echt in Weihnachtsstimmung, zugegebenermaßen. Liegt vielleicht auch daran, dass ich die letzten zwei Tage fette Party gemacht hab, aber jetzt bin ich mal wieder daheim und freue mich auf ein paar schöne Stunden mit meiner Familie und das Geld, das ich heute abend hoffentlich als Lohn für ein Jahr braves Söhnlein/Enkel/Neffe…-sein bekommen werde. Und natürlich darf auch der politische Anspruch nicht fehlen: Weihnachten ist ein Trostfest, klare Sache, ein Tag verkürzter Kommunismus würd ich sagen, an dem die Regel, das nur der etwas haben darf, der auch hart dafür gearbeitet hat, einmal ausgesetzt wird, selbstverständlich jedoch nicht komplett, denn: nur wer schenkt wird i.d.R. beschenkt, beim bürgerlichen Schenken handelt es sich also um nichts weiter als eine etwas seltsame Modifikation des präpekuniären Tauschhandels, Mittelalter pur.
Ob Weihnachten deswegen allerdings abgeschafft gehört, das weiß ich nicht. Wird ein wenig Trost in der kalten, finsteren Jahreszeit noch nötig sein, wenn alles allen gehört? Klar, materielle Geschenke werden dann wenig Sinn machen, höchstens als nette Geste, aber ein allwinterliches Kuschelfest am 24.12., wieso nicht? Dass es keine Kulturrevolution mit bilderstürmerischen Barbarei geben sollte, das ist ohnehin klar, oder zumindest schweigt dieses destruktive Bedürfnis in mir an einem Tag, an dem ich selbst in die Kirche gehe.
In diesem konstrukiven Sinne: frohe Weihnachten, liebe BesucherInnen dieses Blocks und weint nicht zuviel um good old Rudi the red(;,

Euer antikapl

15. Dezember 2005

Kleine Info

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Mein kleiner beitrag über „Zen“ darunter, zu dem ich in übrigen zu 100% stehe, da wird nichts relativiert, hat nichts mit dem Hauptthema dieses blogs, nämlich Antikapitalismus zu tun. Darauf möchte ich v.a. die hinweisen, die zu diesem blog durch google weitergeleitet wurden oder vom kommunistischen Forum kommen und sich durch diesen Text eventuell ein wenig „verarscht“ vorkommen. Durchstöbert meinen Textefundus, und ihr werdet auch einiges zu dem Thema finden, das der Name dieses Blogs suggeriert.

Viel Spaß, Euer antikapl

3. Dezember 2005

Zen

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Komm gerad vom nahe gelegegen Zentempel zurück, wo ich mich zwei Tage lang aufgehalten habe.
Es ist toll, ich meditiere jetzt schon seit ca. 9 Monaten und jedes Mal wird es besser.
Ich werde an meine psychischen und physischen Grenzen geführt, in einen unbeschreibbar erfüllten Bereich, in dem das denken ein Ende hat und es nur noch Wärme gibt.
wenn da nur nicht die verdammten Rückenschmerzen wären, in der Mediatation sitzt man ja aufrecht.
Am Anfang, vor besagten 9 Monaten konnte ich noch garnicht gerade sitzen, jetzt kann ich es wenigstens 20 Minuten oder so.
Ein Fortschritt.
Zen ist so eine tolle Sache.
Ich bin schon lange kein Christ mehr, doch Zen hat mir wieder sowas wie Spiritualität zurückgegeben, auch wenn das irgendwie komsich klingt.
Der Mensch lebt nicht von Vernunft allein, die höchste Wahrheit liegt außerhalb des Verstandes und kann von jemanden Menschen erforscht werden.
Sie ruht im Menschen, tief verborgen hinter den Gedanken und Gefühlen.
Dies ist die Zenlehre in aller Kürze, sie ist genial, versucht garnicht erst, sich an worten festzuklammern wie das Christentum oder irgendwelche Schriftbuddhisten.
Es gibt zwar Zenbücher, doch in denen steht im Grunde nur eines: egal wieviel du über Zen liest, wenn du es nicht lebst wirst du niemal frei werden.
Frei ist ihr im allumfassenden Sinne gemeint: frei von allem (Gefühle, Gedanken, Verhaftungen…)
Es gibt so viele tolle aussprüche und anekdoten von zenmeistern.
Einer meditierte im Wald und ein Engel flog über ihn. Er wollte seine Gedanken lesen, das können Engel ja, und näherte sich ihm. Der Zenmeister verharrte in tiefster Versenkung und so sehr sich der Engel auch bemühte, er konnte keinen Gedanken in ihm erkennen. Nichts, nichts war mehr im Kopf des Zenmeisters. Der engel warf sich vor ihm nieder und huldigte ihm, denn dieser Zenmeister war wahrlich frei.

Jaja, Zen ist schon was feines.




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