Das antikapitalistische Archiv

1. April 2006

Das Kommentar von Lipshit – eine Abrechung mit dem Normalen

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Ich freue mich über das viele Feedback, was ich in der letzten Zeit zu meinem Blog bekommen habe, was sich auch durch die vielen User, die über google hierher kommen, bemerkbar macht. Darauf bin ich schon ein wenig stolz.
Weniger glücklich machen mich allerdings Kommentare wie dieser zu meinem Beitrag „Humanismus und Homosexualität“ vom User „lipshit“ (interessanter Name übrigens ;) ). Auf dieses gibt es nur eines für mich: eine entschieden kritische Reaktion. Eine kommunistische Welt muss eine Welt ohne Homophobie und Antihomosexualität in jeder Erscheinungsweise sein, deswegen lohnt es sich, hier auch in jeder Erscheinungsform entgegenzutreten.
Das Kommentar von lipshit scheint mit stellvertretend für viele in dieser Gesellschaft latente (Vor-?)Urteile gegen Homosexuelle zu sein, deswegen will ich die Antwort auch so ausführlich wie möglich halten.

Oh ja, ich liebe es einfach immer wieder ansehen zu müssen, wenn alles und jeder im Namen der Linken tolleriert, normalisiert und zu einer homogenen Masse gleichgeschaltet wird.

Der erste Satz ist schon mal recht vielsagend: da wird schon mal eine kritische Haltung zur Toleranz aufgebaut, die sogar einen gewissen Wahrheitskern enthält. Nur leider beziehe ich mich nirgends auf die repressive Toleranz, die auch bei Linken so häufig anzutreffen ist: lipshit überträgt einfach nur seine Standardvorurteile gegen alle Linken, die ja sooo homogen sind, auf mich. Ich hingegen habe nur negative Kritik an humanistischer Homophobie geübt, nicht mehr und nicht weniger, ich habe nie gesagt, dass ich für Toleranz gegenüber Homosexuellen bin: ich bin für Akzeptanz von Homosexuellen, vielmehr sogar der Auflösung der Kategorie „homosexuell“, die ja bereits der Kern bürgerlicher Repressivität ist.


Und du hast es wieder einmal in gekonnter Weise geschafft, ohne selbst über die Thematik differenziert nachzudenken, dich der Meinung der breiten Masse anzuschliessen.

Dass ich die Meinung der breiten Masse vertrete, halte ich für Humbug, mal ganz davon abgesehen, dass das in keinster Weise ein Argument für oder gegen etwas ist. Die breite Masse ist homophob, das bestätigen vielfache Umfragen. Sie sehen, wie lipshit, Homosexualität als Krankheit an, ihre Toleranz ist die Toleranz, die man einem psychisch Kranken gegenüber an den Tag legt, nicht einem Gesunden.


Aber vorweg, um dir den Wind aus den Segeln zu nehmen möchte ich festhalten, dass ich persönlich homosexuelle Menschen kenne, diese sehr schätze und denke dass ohne diese Menschen der Gesellschaft teilweise gute Menschen verloren gehen würden.

Na toll, was soll jetzt dieser Satz aussagen? Es gibt sogar Nazis, die Türken in ihrem Freundeskreis haben. Na und? Macht das ihre Einstellung nicht sogar noch widerwärtiger?
Und dass der Gesellschaft teilweise gute Menschen verloren gehen wegen der latenten Homophobie mag zwar richtig sein, ist aber kein sehr guter Standpunkt: er denkt nämlich vom Wohlergehen der Gesellschaft und nicht des Einzelnen aus. Dieser Standpunkt ist im höchsten Maße als nationalistisch zu bezeichnen und ist positive Diskriminierung, weiter nichts.

Die Argumentation, die im Punkt 1 folgt, ist dann biologistisch bis zum geht nicht mehr: wenigstens scheint lipshit erkannt zu haben, dass heutzutage, Verhütung sei dank, auch bei Heterosexuellen das Kind in 99% der Fällen nicht mehr der Zweck des Geschlechtverkehrs ist. Dies ist auch kein Novum in der Geschichte, sondern hat eine lange Tradition. Nicht umsonst wird Prostitution gerne als das „älteste Gewerbe der Welt“ bezeichnet. Und Prostitution und Kinderkriegen sind ja wohl eindeutig ziemliche Widersprüche. Historisch neu ist vielmehr die Verachtung nicht-fortpflanzungsbezogenen Sex’, die setzte tatsächlich erst mit der Moderne ein.
Genau genommen ist das ganze Biologiezeug ja auch gar kein Argument: den Menschen unterscheidet doch vom Tier gerade, dass er sich auch „widernatürlich“ verhalten kann. Es ist demnach also ziemlich menschlich, Sex als Vergnügen und nicht als Zeugungsakt zu sehen, es hat fast etwas emanzipatives an sich.

Im 2. Absatz spricht sich lipshit dann immerhin für „gleiches Recht für alle“, also auch für Homosexuelle aus. Das wars aber schon mit der Freundlichkeit, wenn man sich diesen Absatz anschaut:

Wenn natürlich Homosexuelle, also Menschen mit einer psychischen Aberration diese Rechte vollkommen zurecht kriegen, so zieht das natürlich auch mit sich, dass andere Menschen mit einer psychischen Aberration (Schizophrene, Suchtkranke, Autisten etc.) sofern sie keine Gefahr für die Allgemeinheit bzw. sich selbst darstellen die gleichen Rechte besitzen. (und hier harpert es schonwieder; es werden nämlich Menschen teilweise gegen ihren Willen therapiert; und ich weiß wovon ich spreche, da es in meinem Umfeld mehrere solcher Fälle gab/gibt).

Das Homosexuelle „Menschen mit einer psychischen Aberation“ sind, ist schon mal völliger Humbug: okay, ihre Sozialisation lief wohl anders ab als bei Heterosexuellen, vielleicht haben sie ja tatsächlich andere Gene (was ich mal stark bezweifeln würde, bisher wurde zumindest trotz intensiver Bemühungen seitens der Genetik kein solches Gen gefunden), das ist aber noch kein Kriterium für eine „Aberation“, auch Heterosexualität wird ja schließlich erst in der Phase der Sozialisation entwickelt. Aber das ist eben der bürgerliche Krankheitsbegriff, nachdem ja mittlerweile ohnehin so gut wie jede/r irgendwie „krank“ ist, sei es, dass er/sie sich einfach nicht an die repressive Ordnung in der Schule anpassen kann/will (Aufmerksamkeitsdefizitssyndrom), mit dem alltäglichen Stress nicht so gut fertig wird wie andere und daran verzweifelt (Depression) oder sich unbewusst „unnormale“ Mittel sucht, diesem Stress auszuweichen (Neurosen verschiedenster Art).


3.persönliche Meinung des Kritikübenden: Nun, da du ja kritisierst, dass jemand den heterosexuelle Geschlechtsverkehr vorzieht. So muss ich dir doch sagen, dass es jedem freigestellt ist so zu denken und es auch völlig “normal” (in diesem Fall muss ich dieses Wort leider benutzen) sein sollte so zu denken, da es im Menschen und in der Natur so tief verwurzelt ist und wir ohne diese Präferenz unser eigenes Fortbestehen infragestellen würden.

Hier liegt wohl wieder ein Missverständnis vor. Ich kritisiere nirgends, dass Menschen den heterosexuellen Geschlechtsverkehr vorziehen, ich kritisiere nur, wenn sie diese persönliche Entscheidung zum für alle Menschen gültigen Ideal ummünzen wollen, wie der Referent im betreffenden Vortrag tat. Das hat auch nichts mit der Erhaltung der Menschheit zu tun: klar, wenn niemand mehr Kinder in die Welt setzen würde, hätte die Menschheit ein Problem, das sie lösen müsste. Ganz davon abgesehen, dass dieser Fall wohl ziemlich unwahrscheinlich ist, gibt es da ja mittlerweile auch medizinische Möglichkeiten, ohne Sex Kinder zu kriegen, etwas mittels künstlicher Befruchtung. Und es gibt ja sogar schon Versuche, Embryos Männern einzupflanzen, wenn diese auch in den Kinderschuhen stecken.

Nun zum letzten Absatz des Kommentars von lipshit:

Ich streite eigentlich nur um die Definition der Homosexualität.

Ich frage mich nur, woher der Drang kommt, Homosexualität unbedingt zur Krankheit definieren zu wollen. Schon allein der Versuch, Homosexualität zu definieren, beinhaltet dies jedoch: eine solche Definition von Homosexuellen grenzt diese zwingend von den Nicht-Homosexuellen ab. Wie oben bereits erwähnt ist dies bereits der Grundfehler bürgerlicher Denkmuster. (natürlich kann man auch Homosexualität simpel als „Liebe zwischen zwei Leuten gleichen Geschlechts“ definieren, was aber ebenso affirmativ ist, da mit dieser Definition das binäre bürgerliche Geschlechterdenken kritiklos anerkannt wird)

Denn die Ummünzung von Wahrheit, die in der Öffentlichkeit und im besonderen in den Medien stattfindet, ist sowas von unglaublich, dass ich mir nur noch an den Kopf fassen muss.

„Unglaublich“ finde ich an dieser „Ummünzung von Wahrheit“ nur, wie kritiklos sie von den Homosexuellen hingenommen wird: der bürgerliche Diskurs weist ihnen nämlich lächerliche Charaktermasken zu, die die Diskriminierung nur verschärfen, anstatt sie abzumildern.

Vorallem sollten die Homosexuellen mal darüber nachdenken, warum sie denn immer mehr Akzeptanz vorfinden und, ob ihre Emanzipation nicht vielmehr einem Erschließen neuer Absatzmärkte durch die kapitalistische Wirtschaft gleichkommt.

Von der Erklärung mit „Absatzmärkten“ halte ich nicht so viel, aber einen Wahrheitskern enthält dieser Satz schon. Natürlich ist der Homosexuellendiskurs der bürgerlichen Welt heute nicht wesentlich besser als der vor 30 Jahren, der Unterschied ist nur, dass Homosexuelle heute die Stereotypen, die ihnen zugewiesen werden, selber noch bereitwillig annehmen.

Denn eins ist klar, in der Bevölkerung ist die Akzeptanz garantiert nicht so groß (nicht unbedingt gut aber verständlich), wie in den Massenmedien dargestellt wird.

Ebenfalls richtig: gerade in Zeiten von Wirtschaftskrisen reagiert das bürgerliche Individuum vor allem mit einem auf den steigenden Druck, der auf es wirkt: totalitäre Ablehung alles „Andersartigen“ bis hin zur Auslöschung dessen. Sieht man derzeit sehr schön in ärmeren Ländern wie Polen.

Fazit: Wie man sieht ist Homosexualität weder krankhaft noch minderwertig noch sonst irgendwas, sondern einfach nur eine Form von Liebe. Der Inhalt dieser Form ist derselbe wie bei allen anderen Formen von Liebe, nur die gesellschaftliche Bewertung ist anders.

4 Kommentare

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  1. Ein guter Text, jedoch eine Anmerkung und eine Frage:

    Anmerkung:

    Du antwortest auf lipshit, wenn niemand mehr Kinder wolle, bzw. keine Kinder mehr gezeugt werden, „hätte die Menschheit ein Problem“. Die Menschheit hat aber kein Problem: Wenn die Leute eben keine Kinder mehr bekommen, und persönlich damit zufrieden sind, ist das doch kein Problem! Was nutzt es, als Imperativ, das Ziel zu setzen, stets (Also in JEDER Lage usw.) den Fortbestand der Menschheit garantieren zu wollen, wenn dies nur Schädigung der lebenden Individuen einfordern würde?

    Zugegeben , das war schon eine Frage ;) Jetzt aber zur eigentlichen:

    Warum reagiert das bürgerliche Individuum in Krisenzeiten mit totaler Ablehung auf alles „Andersartige“?

    Des weiteren finde ich, du hättest an deine Kritik an lipshit noch eine Kritik der Geschlechtereinteilung bringen müssen, wäre aber zuviel Arbeit geworden. Ich bin in dem Thema aber nicht sonderlich sattelfest, vielleicht öffne ich dazu ein Thema im redfreedom Forum, aber ich warte ersteinmal deine Antwort ab.

    Und die letzte Frage (okay, es würden drei):
    Wie bekommst du so viele Referer über Google ?

    Comment von Schorsch — 1. April 2006 @ 20:31

  2. Hi Antikapl,

    es freut mich, dass du auf meinen Kommtar eingehst, aber ich denke, dass es Missverstaendnisse deiner, aber auch meinerseits

    gibt, auf die ich nochmal eingehen will.

    Zugegebenermaßen muss ich sagen, dass ich vielleicht deine Intention nicht vollkommen erfasst habe und, dass ich vielleicht

    zu aggressiv kommentiert habe bzw. dich angegriffen habe. Nun, ich war ein wenig veraergert und muss jetzt feststellen, dass

    diese Art und Weise einer sachlichen und nüchternen Diskussion vielleicht nicht zuträglich war. Ich hoffe, dass du das

    verstehst. Dennoch denke ich, dass du ebenfalls nicht meine Intention bzw. Position vollkommen erfasst hast und mich deswegen

    in eine Ecke stellst, in der ich mich selbst nicht sehe.

    1. Möchte ich hier noch mal auf die Begrifflichkeiten eingehen, die ich verwand habe und, die du anders interpretierst. Nun,

    soweit ich sehen kann und ich mich erinnere habe ich nur einmal von „Krankheit“ geschrieben und dies nicht in direkten Bezug

    auf Homosexualität. In Bezug auf die Homosexualität habe ich sehr bewusst das Wort Aberration gewählt, da es meiner Meinung

    nach einen Unterschied zwischen Krankheit und Aberration gibt, den du eben nicht siehst. Eine psychische Aberration ist eine

    Abweichung von der natur-intendierten Norm/Form ohne zunächst unbedingt eine negative Auswirkung für das Individuum bzw. die

    Gesellschaft zu haben. Eine Krankheit ist dagegen denke ich anders zu definieren; sie kann natürlich auch eine Aberration

    sein, aber sie muss es nicht, denn es gibt zum Beispiel drogen-induzierte Psychosen oder aber auch psychische Krankheiten,

    die durch Parasiten, Viren oder Bakterien verursacht werden. Des weiteren denke ich kann man den Unterschied zwischen bloßer

    Aberration und Krankheit auch darin festmachen, dass das Individuum bzw. die Gesellschaft unter einer Krankheit früher oder

    später leidet, also mit negativen physischen Auswirkungen konfrontiert wird (und dies im Gegensatz zur Aberration).

    2. Du unterstellst mir, dass ich das Wohlergehen der Gesellschaft im Fokus habe und, dass dies nationalistisch ist. Ich will

    dazu sagen, dass ich natürlich das Wohlergehen der Gesellschaft, aber auch das Wohlergehen des Individuums im Blick habe. Ich

    habe es vielleicht nicht adäquat dargestellt, das mag sein, was aber auch in dem Rahm, indem wir uns bewegen schwer ist; ein

    Thema in all seinen Facetten zu bearbeiten ist vielleicht in einem Buch möglich (und selbst dort ist es schwierig), aber in

    einem Comment zu einem Blog-Eintrag ist es denke ich unmöglich :) . Der Mensch ist ein soziales Wesen und, somit ist das

    Wohlergehen der Gesellschaft gleichzeitig auch ein Teil des individuellen Wohlergehens, denn wir leben in einer sehr stark

    ausdifferenzierten Gesellschaft, in der allein schon durch das hohe Maß der Arbeitsteilung eine gegenseitige Abhängigkeit

    begründet ist, die sich nicht nur horizontal durch eine Gesellschaftsschicht zieht, sondern auch vertikal durch alle

    Gesellschaftsschichten verläuft. Und natürlich bin ich auch am Wohlergehen des Individuums interessiert, zum einen weil es

    das Recht eines jeden Lebewesens ist und, weil es zum anderen auch das Wohlergehen der Gesellschaft bedingt, also wenn es den

    Indiviuen im einzelnen nicht gut geht, geht es der Gesellschaft nicht gut, da jedes Indiviuum ein Teil der Gesellschaft ist.
    Und zum Vorwurf des „Nationalismus“ will ich sagen, dass ich zutiefst jede Form von National-Staaten verabscheue, da sie

    nicht nur ein Hirngespinnst sind, sondern auch einen Keil zwischen die Menschheit treiben. Des weiteren gibt es

    unterschiedliche Deffinitionen von „Gesellschaft“ als solche; manche moechten sie definieren als eine Gruppe von Menschen,

    die in einem National-Staat lebt, andere moechten sie vielleicht definieren als einen Zusammenschluss von Menschen, die in

    einem Sprach- und Kulturkreis leben und wieder andere (und darunter auch ich) definieren Gesellschaft, dann doch eher als ein

    globales Phänomen (vorallem in unserer Zeit, wo durch die multimediale Vernetzung keine Wirklichen Grenzen mehr auszumachen

    sind).

    3. Die Unterscheidung zwischen Tier und Mensch. Nun, ich denke, dass du hier falsch trennst und definierst, denn der Mensch

    ist, meiner Meinung nach, auch nur ein Tier, das sich nur von deiner Form des Tieres dahingehend unterscheidet, dass es im

    Vergleich zu den anderen Lebenwesen „bessere“ kognitive Fähigkeiten hat und eine sehr spezielles Charakteristikum besitzt,

    naemlich das „Praktizieren“ von Kunst. Darüberhinaus muss ich sagen, dass es kein dem Menschen vorbehaltenes Charakteristikum

    ist, sich in „wiedernatürlicher“ Art und Weise sexuell zu betätigen. Man sehe sich nur Chimpansen an bei denen es z.B. das

    Phänomen des „G-G-Robbings“ gibt, wobei zwei Weibchen ihre Genitalien gegeneinander reiben, also nicht nur homosexuelle

    Praktiken vollziehen, sondern auch Sex zum Vergnügen machen; man sehe sich Kühe an, wo Weibchen ihre Genitalien gegen Bäume

    reiben, um sich selbst zu stimulieren oder zum Beispiel auch Pinguine bei denen es ebenfalls die Bildung von homosexuellen

    Partnerschaften gibt. Man kann also nicht durch die Sexualität oder die sexuellen Praktiken zwischen Spezies differenzieren.

    Des weiteren ist auch Prostitution kein Wiederspruch zum Kinderkriegen, sondern zeigt vielmehr, dass es zum einen eine

    bewusste Ebene gibt, aber auch eine unbewusste gar primitive Ebene am Menschen gibt. Denn Mann ist sich natürlich bewusst,

    dass er sehr wahrscheinlich keine Nachkommen mit der Prostituierten zeugen wird, aber dennoch befriedigt er seinen

    unbewussten Fortpflanzungstrieb; er gibt nämlich zunächst sein Erbgut weiter und erhält als „Belohnung“ eine Ausschuettung

    von Endorphinen. Und warum haelst du eine biologistische Sicht der menschlichen Art, als nicht legitim? Willst du nicht

    erkennen, dass der Mensch auch noch primitive Züge an sich hat? Du tust so, als ob er von allem losgeloest ueber der Natur

    schwebt, aber er ist ein Lebewesen, das sich in der Natur herausgebildet hat und immer noch im Kontext der Natur befindet und

    somit zumindest noch rudimentär den primitiven Naturgesetzen unterworfen ist, ob er will oder nicht. Natürlich kann der

    Mensch bewusst wieder der Natur handeln, da er ein mehr oder weniger Vernunft begabtes Wesen ist (die einen mehr, aber die

    meisten eher weniger :D ), aber er besitzt auch unterbewusste Triebe, die dann meist trotzdem durch Naturgesetze gesteuert

    werden. Du solltest meine Position auch nicht mit plumpen Sozial-Darwinismus verwechseln, denn dieser setzt mehr oder weniger

    autonome und autarke idividuen voraus, die es in unserer differenzierten Gesellschaft einfach nicht gibt. Er ist also nicht

    anwendbar auf unserer Gesellschaft.

    4. Sagst du vollkommen richtig, aber hast mich nicht richtig verstanden bzw. habe ich mich zu undeutlich ausgedrueckt, dass

    ein Großteil unserer Gesellschaft psychische Aberrationen aufweist. Ich wollte naemlich niemals sagen, dass nur Homosexuelle

    von einer Aberration betroffen sind, sondern dass unsere komplette Gesellschaft von den verschiedensten psychischen

    Aberrationen betroffen ist. Auch ich weise eine solche auf, da ich, wie viele andere auch, neurotische Verhaltensmuster

    zeige. Aber wir muessen ja auch sehen, warum wir alle immermehr, auf die verschiedensten Arten und Weisen, „verrückt“ werden.

    Es entwickelt sich eine erdrückende Überbevoelkerung; wir sind in Wohnfabriken aus Beton eingeengt; wir haben ein indirektes

    Sklavensystem, genannt Kapitalismus; in unserer Gesellschaft haben sich wiedernatürliche Schönheitsideale manifestiert, dem

    die meisten Individuen nicht mehr entsprechen koennen; da sie an ihren Wohlstand und der Überversorgung zugrundegehen

    (adipositas) etc..

    5. Du lässt in deinem Fazit anklingen, dass ich eine Person die von einer psychischen Aberration betroffen ist, als

    minderweritg ansehen. Dies ist vollkommener Quatsch und vorallem total haltlos, wenn man sich ansieht, was ich geschrieben

    habe. Ich will nur Gerechtigkeit und ein Mindestmaß an Wahrheit.

    Nun, warum möchte ich denn, dass Homosexualität als psychische Aberration definiert ist? Wenn man nun Homosexualität als

    total lustig darstellt oder diese sogar als normal und gut definiert, so findet nicht nur eine Ummünzung der Realität statt,

    nein sondern die Menschheit untergräbt die Präferenz, die ihr eigenes Überleben sichert. Als Mensch sollte man natürlich

    menschlich sein, also mit allen Lebewesen respektvoll umgehen und jegliches unnötige Leid vermeiden, aber man sollte dennoch

    auch sich nicht selbst und die eigene Natur verleugnen, also zum Beispiel Homosexualität affirmativ begenen oder verleugnen,

    dass man ein omnivores Lebewesen ist, also ein Lebewesen, das sich durch Mischkost ernährt etc..

    Comment von lipshit — 2. April 2006 @ 00:50

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    Comment von khivehhmkc — 8. Juli 2007 @ 17:46

  4. „Eine psychische Aberration ist eine

    Abweichung von der natur-intendierten Norm/Form ohne zunächst unbedingt eine negative Auswirkung für das Individuum bzw. die

    Gesellschaft zu haben.“

    Warum personifizierst du die Natur? Woher willst du wissen, dass Homosexualität keine „Intention“ erfüllt? Spätestens, als man herausgefunden hat, dass Homosexualität in der Tierwelt völlig normal ist, muss man sich fragen, warum der Mensch aufgrund seines Verständnisses von Natur alles so sehen muss, dass es einen „Sinn“ ergibt. Und mit Sinn meine ich, „der Gesellschaft dienend“.

    Es gibt bereits einige Studien, die deine Behauptung abgeändert verifizieren. Eben, Homosexualität erfüllt sogar ihr Soll. Man hat herausgefunden, dass die Schwestern von Schwulen fruchtbarer werden. Dies trage wieder zur Erhaltung der Spezies bei. Mal nicht zu vergessen, welche kulturellen Vorteile Homosexualität hat.

    Es ist eindeutig falsch, Menschen nach ihrer biologischen Funktion zu ordnen, das ist der erste Schritt zum Sozialdarwinismus.

    Comment von whosname — 25. August 2008 @ 17:00

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