Das antikapitalistische Archiv

26. Januar 2008

Versuch einer Kritik der „Frankfurter Schule“

Wie im Kommentarteil des letzten Posts versprochen, will ich im Folgenden ernsthaft versuchen, mal zu sammeln, warum ich die „Frankfurter Schule“, und das ist für mich v.a. Adorno nicht mehr für „das gelbe vom Ei“ halte. Also soetwas wie eine Kritik zu üben.

Vorneweg: Ich habe nicht vor, eine umfassende Kritik an Adornos Theorien zu üben – dies traue ich mich garnicht zu – sondern es geht eher um einige wunde Punkte, die mir im Laufe meiner Beschäftigung mit Adorno immer wieder aufgefallen sind. Es geht mir also nicht darum, zubeweisen, dass Adornos Theorien „falsch“ wären. Das will nicht schlichtweg deshalb nicht, weil ich, im Gegenteil, die Mehrheit dieser Theorien nach wie vor für richtig halte. Doch eben mit einem bzw. mehreren „Aber“. (more…)

10. November 2007

Von den Möglichkeiten der Bewegung

Abgelegt unter:

Inspiriert von diesem Blogeintrag meines Freund Zacharias Kornblume, habe ich eine etwas längere Überlegung, wie in einer postrevolutionären, also communistischen Gesellschaft das Verkehrswesen aussehen könnte, verfasst. Es handelt sich dabei keineswegs um eine Utopie, sondern um eine Kritik des Bestehenden gemessen an den Möglichkeiten verbunden mit einer Konkretisierung derselben.
Aber lest selbst.

Zum Download hier klicken.

2. Juni 2007

Zur communistischen Kritik an der Anti-G8-Bewegung

Auch wenn es angesichts der allgemeinen Begeisterung für die scheinbare wiedergewonnene Wirkungsmächtigkeit und Bündnisfähigkeit der „radikalen Linken“ schwer fällt, da man sich diesem Label doch irgendwo zugehörig fühlt, ist es unbedingt nötig, gerade wegen der unreflektierten Verblendung, der ein Großteil der Bewegung gegen G8, an dieser selbst Kritik zu üben.
Eine Seite mit zahlreichen Artikeln zur Kritik an dieser spontanen Euphorie ist achtermai.blogsport.de, die ich jedem, der an ernsthafter Kritik am Kapitalismus interessiert ist, wärmstens empfehlen kann. Denn Kritik, die den Kapitalismus primär als direkte Herrschaft von Menschen über Menschen auffasst, fällt, wie es die Autoren der Website prägnant ausdrücken, hinter 1789 zurück und macht sich selbst gegen seinen Willen zum Erfüllungsgehilfen des Fortschritts der Kapitalakkumulation.

8. Dezember 2006

Der bürgerliche Staat


Das Gesetz in seiner ehernen Majestät verbietet es dem Reichen wie dem Armen, zu betteln, Brot zu stehlen und unter Brücken zu nächtigen. (Anatole France)

Dieses Zitat, das ich in der SDAJ-Zeitung „Kontra!“ gefunden habe, muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Kürzer kann man den tollen bürgerlichen Staat wohl nicht abfertigen, der sogar noch dem Arbeitslosen erlaubt, Aktien zu kaufen. Prima!

1. November 2005

1:0 für den Linksradikalismus!

Ich fasse es nicht, da komme ich frisch von einer gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus nach Hause, bei der außer ein paar wenigen Jungendlichen wirklich nur Gewerkschafter und sonstige Halbspießer dabei waren, und prompt stellt mich meine mutter zur Rede, was denn der ganze Antifa-Quatsch solle, sowohl linksradikal sei auch nicht besser als rechts und sowiese habe sie genug von dem ganzen Gräberkult, der ja ohnehin nur dazu diene, uns Deutschen ein falsches Schuldgefühl einzureden. Die ganzen Standardphrasen halt, doch ich konnte diesmal wirklich erstaunlich gut kontern, sonst meide ich ja Diskussionen mit Eltern und Älteren zu solchen Themen eher, weil die ja ohnehin alles besser wissen und alles schon mal mitgemacht haben und überhaupt mit 50 soviel Ahnung vom Leben heute hätten…

Aber diesmal, diesmal war alles anders. Ihre Stalin- und DDR-Kritik konterte ich geschickt mit dem Hinweis auf die ablehende Haltung der heutigen Linksradikalen gegenüber Lenin und seinen Nachfolgern, außerdem hat Stalin keinen systematischen Völkermord wie Hitler betreiben. Der antifasschistische Widerstand solle dafür sorgen, dass solches Denken in Deutschland nie wieder an Boden gewinnt und nicht der Einredung falscher Schuldgefühle. Das konnte sie vorrübergehend überzeugen, doch nach einer kurzen Bedenkzeit ging sie einen Schritt tiefer und unterstellte mir und meine linksradikalen Freunden ihr ihr Haus und ihre Rente wegnehmen zu wollen. „Es geht doch um den Privatbesitz an Produktionsmitteln und nicht um irgendwelches Kleinzeug“, erwiderte ich sinngemäß. Danach demontierte ich noch eindrucksvoll das Leistungsprinzip („Erfolg hängt doch nun wirklich nicht nur von Anstrengung, sondern zu einem großen Teil von Glück und Zufall ab.“) und widerlegte so ihre Recht religiös daherkommende Behauptung, ich könnte in dieser Gesellschaft alle meine Träume verwirklichen, wenn ich nur wollte. Schön wärs!
Schließlich erreichten wir einen Konsens darin, dass das Volk dumm ist weil es weder meine Forderung (freie Assoziationen) noch ihre (die faulen Säcke solln mehr arbeiten, wie in China!) widerspruchslos akzeptiert. Als Warnung gab sie mir noch mit, dass ich mir bloß nicht ins eigene Fleisch schneiden soll, immerhin profitiere ich ja auch von der Marktwirtschaft, dann konnte ich endlich in mein Zimmer verschwinden. Im Grunde hatte sie mit ihrem letzten Statement garnicht mal so Unrecht, aber Antikapitalismus ist trotzdem cooler.

Antikapl

25. Oktober 2005

Die Menschen sind doch alle blöd

Heute ist mir wiedermal die ganze dummheit und ignoranz der menschen, die unser schönes deutsche land so bevölkern hoch gekommen, und ich hab meiner wut spontan in folgendem gedichten Luft gemacht. Bitte nicht zu streng bewerten! Aber die Menschen sind echt voll blöd, einer naiver als der andere. Zum Glück gibts Außnahmen, mich zum Beispiel ;)

Die Menschen

Die Menschen gehn mit stummen blicken,
durch ihre selbsterbaute welt der einsamkeit,
sie verkriechen sind hinter ihren kinderplüschdecken,
haben immer ständig keine zeit.

Die Menschen gehn mit geballten fäusten,
von finsternis zu finsternis,
suchen vergebens nach ner lösung,
haben sich selber angepisst,
laufen ständig gegen wände,
gebaut von ihrer väter hände,
verfluchen ständig ihre mütter:
„Mich zu gebären war deine größte sünde!“

Die Menschen schauen weder auf sich,
und am wenigsten noch auf sich selber,
sie fressen nur und sterben stumm,
wie schlachtvieh, ja, wie kälber.

Kapitalismuskritik

Abgelegt unter:

Nein, keine angst, folgende zwei beiträge habe ich für die linksradikale zeitschrift laplage geschrieben und haben nichts mit münte oder ähnlichem zu tun, sondern sind astrein linksradikal. Der eine ist eher „schwer“ verständlich und eine art kleine einführung in die kapitalismuskritik, der andere ist eigentlich viel cooler und nimmt die sache mit der Rationalität und dem Ernst eher nicht so ernst. Aber lest selbst, das ist das wichtigste!

antikapl